Lina Rose (Name von der Redaktion geändert)

Erste Treffen: Flucht nach Wien

Als wir das erste Mal in dem Pflegeheim St. Clara waren, fiel mir direkt der Geruch nach Putzmittel auf. Auch die hellgelbe Tapetenfarbe ist mir sofort ins Auge gesprungen. Es roch und sah genau so aus, wie ich es mir vorgestellt habe.

Um die Senioren besser kennenzulernen, haben wir gemeinsam gefrühstückt. Die Stimmung war gut und die ersten Kennlerngespräche begannen rasch. Meine Teampartnerin Lea und ich hatten das Vergnügen, mit der Seniorin Lina Rose (Name von der Redaktion geändert) ins Gespräch zu kommen. Auch wenn die über 90-Jährige nicht mehr so gut hören konnte, haben wir uns gut unterhalten.

Zuerst haben wir sie über unser Projekt, etwas über die Vergangenheit und Abstammung der älteren Generation herauszufinden, informiert. Danach haben wir auch schon ein paar Fragen gestellt, sind aber noch nicht ins Detail gegangen. Wir wollten zuerst Frau Roses Lebenslauf kennenlernen.

Als wir das zweite Mal in das Pflegeheim kamen, um die Senioren zu interviewen, durften wir mit auf das Zimmer von Frau Rose gehen. Auch hier waren die Tapeten hellgelb gestrichen. Es war nicht gerade groß, aber genügend Platz für ein Bett, einen Tisch mit Sitzgelegenheiten und auch ein Fernseher war vorhanden. Neben den Möbelstücken hat sie auch viele Sachen wie Fotos oder Briefe mitgenommen und ihr Zimmer damit dekoriert. So war das Zimmer ganz persönlich nach ihrer Lebensgeschichte gestaltet.

Lina Rose ist in Osnabrück in der Iburger Straße aufgewachsen. Mit drei Schwestern und einem Bruder wurde es nie langweilig. Jedoch ist ihr Vater früh gestorben, was die Familie sehr mitgenommen hat. Somit hatte sie es nicht immer leicht, aber ist gut damit fertig geworden. Nachdem sie dann ihre Grundschulzeit an der Overbergschule erfolgreich beendet hatte, ist sie auf die Mittelschule gegangen, um dort ihren Abschluss zu machen.

Bevor sie dann in die Krankenpflege gegangen ist, hat sie ein Pflichtjahr in Glandorf gemacht. Doch dann fing die Kriegszeit an, weshalb sie aus ihrer Heimat nach Wien fliehen musste. Während bei ihr daheim die Bomben fielen, hat sie in Wien gearbeitet. Doch nach einiger Zeit, als der Krieg vorbei war, wurde sie aus Wien „herausgeschmissen“. Daher kehrte sie in ihre Heimat zurück. Dort hat sie dann ihre restlichen Jahre bis zur Rente in Bad Iburg in einem Altenheim gearbeitet. Nun verbringt sie ihre Lebenszeit in dem Pflegeheim St. Clara.

Hier unser erstes Interview mit Frau Rose:

Drittes Treffen: Fragen und Gegenfragen

Am 14. Dezember 2018 haben wir uns wieder auf den Weg ins Altersheim St. Clare gemacht, um die Seniorin Lina Rose zu besuchen. Als wir dort ankamen, war die Seniorin noch beim Frühstück und wir mussten einen Moment warten.

An diesem Tag hatten wir uns vorgenommen, Fragen über das Altersheim, in dem sie lebt, und Fragen über ihre Jugend zu stellen. Diese Fragen hat sie ausführlich und mit großer Freude beantwortet.

Nachdem wir ihr alle Fragen gestellt hatten, hat sie uns auch noch etwas gefragt, worauf wir natürlich geantwortet haben. Zum Abschluss haben wir uns gegenseitig frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr gewünscht, da wir uns vorher nicht mehr sehen.

Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen mit der Lina Rose. Demnächst werden wir auch zusammen das Theater besuchen.

Viertes Treffen: Ein Sturz

Nicht immer hat Frau Rose in dem Altenheim St. Clara gelebt. Bevor sie hierher kam, hatte sie eine Wohnung in der Iburger Straße. Um dort schön leben zu können, musste die Wohnung erst renoviert werden. Alles wurde ersetzt: die Möbel, Teppiche, Bilder… Jedoch musste Frau Rose all dies aus eigener Tasche bezahlen. Aber das Geld und der Aufwand waren es ihr wert. Die Mühe hat sich deutlich ausgezahlt, die Wohnung wurde zu einem hübschen Heim zum Wohlfühlen. So verbrachte sie einige Jahre glücklich in ihrem zu Hause, bis zu einem schlimmen Sturz. Denn als Frau Rose älter wurde, ist sie manchmal hingefallen.

Zum Glück war es aber nie etwas Ernstes, bis zu einem Tag. Denn an jenem Tag stürzte sie auf der Treppe ihrer Wohnung und konnte nicht wieder von allein aufstehen. Aber es hat nicht lange gedauert, bis sie jemand gefunden hat. An diesem Tag hat sie entschieden, dass sie auf Grund ihres hohen Alters nicht mehr allein leben kann.

So hat sie eine schwere Entscheidung getroffen, über die sich auch viele andere ältere Menschen Gedanken machen: Wann ist es Zeit in ein Pflegeheim zu gehen? Nicht jeder kann diese Entscheidung selbst treffen, da viele nicht wahrhaben wollen, dass sie zu alt zum allein Leben geworden sind.

Doch Frau Rose hat sich richtig entschieden. Im Pflegeheim ist sie sicher aufgehoben und wird bestens versorgt. Es war das Beste für sie.

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