Frau Mendelin

Erste Treffen: Der Zweite Weltkrieg und die Auswirkungen

Kladeradatsch – das war das erste Geräusch, welches alle hörten, als wir das erste Mal im Altersheim St. Clara eintraten und Frau Rotert, eine Mitarbeiterin des Seniorenheims, uns begrüßte. Unser Lehrer hatte uns auf dem Weg noch Ratschläge gegeben, wie wir uns zu verhalten haben und das Erste, was ich mache, ist, eine Blumenvase umzuschmeißen.

Das war natürlich erstmal peinlich, es ist aber zum Glück nichts kaputt gegangen. Danach führte uns Frau Rotert in den Frühstücksraum, wo alles schon für uns hergerichtet war. Gespannt warteten wir dann auf die Senioren.

Als wir saßen, hatte man uns eine im Gegensatz zu den anderen Senioren relativ junge Dame zugeteilt: Frau Mendelin, 79 Jahre alt. Im Laufe des Gesprächs merkten Lena und ich, dass wir ziemlich Glück hatten mit unserer Gesprächspartnerin und dass unsere Befürchtungen nicht eingetreten sind. Wir hatte nämlich etwas Angst, dass wir überhaupt nicht mit unserem Senior oder der Seniorin zurechtkämen.

Doch nach ein paar Minuten verstanden wir uns schon gut und Frau Mendelin ließ uns an ihrer Sichtweise auf die Einrichtung und die anderen Senioren teilhaben. Sie ist seit November 2017 im Altersheim und fühlt sich wohl. Es erinnerte mich an Gespräche von meiner Freundinnen und mir, als Frau Mendelin uns unauffällig darauf aufmerksam machte, über welche Senioren sie sprach. Eine Seniorin hatte ihrer Meinung nach eine sehr nervige Stimme, worüber wir schmunzeln mussten.

Wir fragten sie viel über Unterschiede von früher zu heute und erzählten auch von unserer Schule. Frau Mendelin kommentierte: „Was Ihr alles habt! In meinem Alter gab es das noch nicht. Ihr habt viele Möglichkeiten.“

Seit gespannt auf den nächsten Blog, indem wir erzählen, welche Geschichte sich hinter Frau Mendelin verbirgt.

In einem weiteren Interview berichtete Frau Mendelin von ihrem Lebenslauf, ihren Erlebnissen im Krieg und deren Nachwirkungen:

Die Gespräche mit Frau Mendelin waren für Hannah und mich sehr interessant und lehrreich. Frau Mendelin hat im Laufe unsrer Begegnungen immer offener von sich erzählt und das hat uns sehr berührt. Es war ein schönes Erlebnis.

Drittes Treffen: Technik und ein Witz

Am 14. Dezember 2018 trafen wir uns wieder mit Frau Mendelin im Seniorenheim St. Clara. Beim letzten Treffen hatte sie schon kurz angeschnitten, dass sie ein Amt im Beirat vom Seniorenheim wahrnimmt. Am Vortag moderierte sie eine Versammlung, bei der generell Wünsche, Vorstellungen und Kritik der Bewohner geäußert werden. Auf die Nachfrage, welche Themen besprochen werden, antwortete sie belustigt: „Es geht viel um das Essen, weil viele Bewohner damit unzufrieden sind“.

Die generelle Harmonie im Stift St. Clara beschrieb sie wiederum als sehr positiv. Sie berichtete begeistert von den engagierten, netten Pflegern. Sie habe noch nie ein böses Wort von diesen gehört, obwohl die Betreuung der Senioren manchmal nicht so leicht ist.

Lena und ich fragten, ob nicht auch mal Langeweile aufkäme. Daraufhin berichtete Frau Mendelin von den sogenannten Clown-Nachmittagen und den Gedächtnistrainings zur Beschäftigung. Besonders begeistert ist sie immer von den Witzen, die sie aber leider schnell vergisst.

Ihren Lieblingswitz erzählte sie uns dennoch: „In Erfurt trafen sich zwei Freundinnen bevor die eine in den Urlaub nach Moskau fuhr. Die andere bat sie um eine Mausefalle aus dem Mausoleum. Nachdem die eine wieder aus Moskau zurückkam, erzählte sie entgeistert, dass sie acht Stunden am Mausoleum anstehen musste und als sie endlich dran war, den Verkäufer tot vorfand.“

Diesen Witz hatte sie schon in Neuseeland erzählt, wo sie erstaunt war, dass er in einer anderen Sprache auch so verstanden wurde, wie er gemeint ist. Wir freuen uns schon auf weitere Geschichten und Witze.

Im Audio-Interview haben wir und über Technik unterhalten. Wie viele ältere Menschen ist auch die 79-jährige Frau Mendelin mit der heutigen Technik etwas überfordert. Auch im Seniorenheim St. Clara müssen sich die Senioren hin und wieder mit der Technik auseinander setzen. Frau Mendelin berichtet uns im folgenden Interview von einem ganz bestimmten Beispiel aus der letzten Zeit. Außerdem erfahren wir auch noch Genaueres über das Seniorenheim und seine Nachteile:

Wir glauben, dass sich bestimmt auch noch viele weitere Senioren mit Frau Mendelins Sicht auf die heutige Technik identifizieren können. Die Gespräche mit der netten Seniorin sind für uns immer sehr interessant und sie beeindruckt uns mit ihrer offenen Art.

Viertes Treffen: Sehr persönlich 

Was würdest Du Dir unter einer Gotteserfahrung vorstellen? Bei diesem Besuch vertraute Frau Mendelin uns etwas sehr Persönliches an. Sie hatte eine solche Erfahrung mit Gott schon und beschrieb uns diese als eine atemberaubende und intensive Situation.

Nach diesem besonderen Gespräch sind wir Frau Mendelin sehr dankbar für ihre Offenheit und, dass wir allgemein ein Teil von diesem Projekt sein dürfen.

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