Anne-Marie Borgelt

Erstes Treffen: Eine Liebesgeschichte

Als ich bisher das Wort Altersheim hörte, dachte ich an einen strengen Geruch, gelbe Wände sowie Leid. Doch als wir das erste Mal das Osnabrücker Altersheim „St. Clara“ betraten, zeigte sich für mich eine Seite des Altersheims, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Wir wurden von neun netten Damen und einem charmanten Herrn lächelnd begrüßt. Nachdem Mitarbeiterin Frau Rotert ein paar Begrüßungsworte gesprochen hatte, wurden wir in Zweiter-Teams zugeteilt. Doch auch unsere Befürchtung, dass wir nicht zurechtkommen würden, bestätigte sich nicht. Wir lernten eine nette, aufgeschlossene und herzliche Dame, namens Anne-Marie Borgelt kennen.

Einer der spannenden Punkte, die sie im Laufe des Gesprächs erwähnte, war, dass sie nicht nur geborene Borgelt ist, sondern auch einen Mann heiratete, der bei Geburt ebenfalls Borgelt hieß. Dieser war während und nach dem Zweiten Weltkrieg sechseinhalb Jahre in russischer Gefangenschaft. Kennengelernt haben sie sich im Katholischen Kaufmännischen Verein (KKV). Es war Liebe auf den ersten Blick, weshalb sie 1948 direkt heirateten.

Anne-Marie Borgelt hat uns bei einem ersten Interview ihre Liebesgeschichte erzählt und uns einen Einblick in das Dating von früher gegeben:

Wir danken Frau Borgelt für ihre äußerst interessante Liebesgeschichte und können diese sicher alle als Vorbild sehen. Als wir mit Anne-Marie Borgelt über das Thema Heimat sprachen, erzählte sie, dass Osnabrück beziehungsweises Eversburg ihre Heimat sei. Sie hat hier stets gelebt. Außer früher in den Ferien, da durfte sie mit ihren acht Geschwistern zu den Großeltern nach Bad Iburg auf den Bauernhof fahren. Aber auch Israel bezeichnete die 94-Jährige als zweite Heimat, da eines ihrer vier Kinder mit Familie dorthin auswanderte. Bis Frau Borgelt 92 Jahre alt war, besuchte sie ihre Tochter jedes Jahr in Israel.

Frau Borgelt beschrieb ihr Leben als sehr einfach, da sie es mit acht Geschwistern oft nicht leicht hatte. Sie durfte einmal in der Woche mit ihrer ältesten Schwester zusammen in die Fabrik gehen, welche der Familie gehörte. Dort bekamen sie neue Kleidung und durften sich waschen. Was für uns heute unvorstellbar ist, war damals Alltag.

In einem der ersten Gespräche haben wir mit Frau Borgelt über das Thema „Liebe gesprochen“. Mittlerweile benutzen bereits Millionen von Menschen Online-Dating-Apps. Sie sehen darin den schnellstmöglichen Weg, um die große Liebe zu finden. Doch wie lernte man sich früher kennen und lieben, ohne jegliche technischen Hilfsmittel?

Leider haben wir mit Frau Borgelt keine weiteren Gespräche führen können.

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